Mazedonien

Heute morgen hatte ich noch mal das schöne Frühstück in meinem Hotel, es gibt fertiges Omelett mit Käse, Schinken oder Gemüse, Börek, warme Käsecreme, Bruschetta, Gebäck und Kuchen, Äpfel und Pfirsiche. Ich kann mich gut gesättigt auf die Reise Richtung Ohridsee machen.

Die Fahrt ist sehr abwechslungsreich, direkt ausserhalb Tiranas fangen die bewaldeten Hügel an und die Strasse windet sich zwischen ihnen durch. Je näher wir an den Ohridsee kommen desto schroffer werden sie. Der letzte Pass und die Grenze liegen fast auf 1000 m. Die Anzahl Bunker nehmen zur Grenze hin stark zu. Die Bauweise ist immer die gleiche, Kuppel mit niedrigem Raum darunter, evtl. Schießscharten.

Ich versuche über die Grenze nach Mazedonien zu fahren, allerdings wollen sie von mir einen Nachweis über die Kfz Versicherung haben. Hatte ich zwar in irgendeinem Blog schon gelesen dass man die evtl. benötigt, aber bislang hat mich noch niemand danach gefragt. Der Grenzer bietet mir an, ich könne ja für 50€ eine Versicherung für 10 Tage abschließen, ich lehne das aber ab. Also nimmt er mir den Pass weg und geht damit auf die Ausreiseseite rüber, ich fahre einmal rein nach Mazedonien und gleich wieder raus. Auf dem Weg zurück bietet eine Tankstelle freies Wlan an und ich schicke meinem LVM Versicherungsmakler eine Mail, ob er mir die grüne Karte digital schicken kann. Es ist allerdings 12:40 und alle machen mittag. Ich sehe es entspannt, wollte eigentlich eh nach Lin fahren, das liegt noch in Albanien, direkt an der Grenze unten am See.

Eine kurze Wanderung um den Ort, wieder mal in der Mittagshitze, ist zwar schweißtreibend aber sehr schön. Ein recht ursprünglicher Fischerort an der Steilküste. Die Tour führt mich über den Hügel zu dem Aussichtspunkt mit Bunker und schöner Übersicht über den See. Die Vegetation besteht aus wilden Blumenwiesen, es gibt viele Insekten, sehr schöne hellblaue Libellen und große, schwarze, fliegende Käfer.

Auf der Wanderung zwischen Felsen und Wasser, begegnen mir noch quietschgrüne Echsen, eine Blindschleiche und braune Echsen. Die Grünen wissen dass man sie gut sieht und sind gleich weg, diese Braune konnte ich gut fotographieren. Für die Schlange war ich einfach zu langsam.

Die Einheimischen schauen erstaunt warum die verrückten Touristen bei der Hitze unterwegs sind, selbst der Esel mach Mittagspause, ist aber noch in Arbeitsstimmung.

Es ist schon sehr idyllisch.

Ich fahre wieder rauf zu meiner Tankstelle um zu schauen ob ich schon eine Versicherungskarte habe. Leider noch nicht, also gehe ich in das Restaurant neben der Tankstelle um Mittag zu essen. Ich hatte vorher schon einen Kaffee und ein Wasser getrunken und der netten Bedienung 1€ Trinkgeld gegeben. Zahlt sich jetzt aus, ich bekommen einen schönen Salat mit Äpfeln, Walnüssen und Himbeeren.

Ich bin wirklich gespannt wie es weitergeht, hab aber den Artikel schon mal fast fertig.

16:30 entscheide ich weiterzufahren und in Albanien am See zu übernachten, in Pogradec. Also habe ich bis nach dem einchecken kein Internet mehr. 16:40 kam die Mail mit der Bescheinigung, schade für die mazedonische Wirtschaft. Ich bin allerdings so nah an der Grenze, das ein Ausflug mit dem Fahrrad sinn macht. Ich habe eigentlich kein Ziel und wenn es mir zu weit ist zur Grenze, fahr ich wieder um. Wie das halt so ist, wenn man schon auf dem Fahrrad sitzt, kann man ja auch weiter fahren. Nach der Grenze treffe ich auf eine kleine orthodoxe Kapelle am Straßenrand, es scheinen auch Mönche dort zu wohnen, es riecht noch nach Weihrauch.

Unterhalb führt ein Weg zum See, da fahr ich natürlich auch noch lang. Nach einem kurzen Trail geht es durch Wald und Wiese zum Wasser. Erstaunlicherweise treffe ich dort auf eine größere Klosteranlange mit Hotel, alles sehr schick. Ich möchte meinen letzten 20€ Schein nicht anbrechen, daher kann ich die Klosterkapelle nicht besuchen, sieht aber auch von außen gut aus.

Mazedonien habe ich damit zu meiner Zufriedenheit erledigt, morgen entscheide ich ob ich noch mal rein muss.

Ich muss mich dringend dem südlichen Lebensrhythmus anpassen, die Straßen füllen sich mit Menschen ab 18:30 und man schreitet dann bis Mitternacht die Promenade ab.

Während ich das schreibe fängt nebenan schon die Fußballübertragung an, ziemlich laut. Hab ich schon wieder Lust Fußball zu schauen?

2 Kommentare zu „Mazedonien“

  1. vom fussballspiel habe ich auch beim schauen der tagesschau aus der mediathek um 23:30 erfahren 😂

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